Knast wegen Instagram-Streich
Weil ein französischer Student einen Trinkhalm aus so einem Getränkeautomaten ableckte und zurücksteckte, muss er vor Gericht. (Symbolbild)
AP
Ein Streich könnte für einen 19-jährigen französischen Studenten in Singapur gravierende Folgen haben. Weil er einen Trinkhalm ableckte und in einen Getränkeautomaten zurücksteckte, droht ihm nun eine Haftstrafe.
Darum geht’s
- Ein 19-jähriger französischer Student in Singapur muss vor Gericht, nachdem er einen Trinkhalm abgeleckt, zurück in einen Getränkeautomaten gesteckt und das Video auf Instagram veröffentlicht hatte.
- Ihm werden Sachbeschädigung und Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen.
- Dem Studenten drohen mehr als zwei Jahre Gefängnis, eine Geldstrafe oder beides.
Eine dreiste Internetaktion mit einem abgeleckten Strohhalm könnte für einen französischen Studenten in Singapur ernste Konsequenzen haben. Der 19-Jährige muss sich vor Gericht verantworten, weil er einen Trinkhalm aus einem Getränkeautomaten zunächst quer durch den Mund gezogen und dann in das Gerät zurückgesteckt hatte. Ein Video davon postete er auf seinem Instagram-Account, wie der örtliche Sender Channel News Asia (CNA) unter Berufung auf die Justiz berichtete.
Dem Franzosen werden Sachbeschädigung und Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen. Ihm drohen bei einem Schuldspruch mehr als zwei Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe – oder beides. Die Verteidigung will Medienberichten zufolge hingegen auf eine Bewährungsstrafe plädieren.
Verliert der Student seinen Aufenthaltstitel?
Laut Anklage ereignete sich der Vorfall im März an einem Saftautomaten im Einkaufszentrum Goldhill Centre. Der Betreiber des Automaten musste daraufhin sämtliche 500 Trinkhalme austauschen. Der entstandene Schaden belief sich den Gerichtsunterlagen zufolge auf fünf Singapur-Dollar (rund 3,13 Franken).
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Das Verfahren sollte am Morgen (Ortszeit) eigentlich mit einem Schuldbekenntnis vor Gericht weitergehen. Stattdessen wurde die Verhandlung vertagt. Grund: Die Staatsanwaltschaft erklärte, zunächst solle mit der Einwanderungsbehörde geklärt werden, ob dem Studenten im Falle einer Verurteilung der Aufenthaltstitel entzogen wird. Dies könne Auswirkungen auf das Strafmass haben.
Der Franzose besitzt einen Studentenpass und studiert an der ESSEC Business School in Singapur. Auch die renommierte Hochschule leitete den Angaben zufolge eine Untersuchung ein.
Kaugummi-Verbot
Der wohlhabende Stadtstaat ist für seine strengen Gesetze und deren konsequente Durchsetzung bekannt. Hohe Sauberkeitsstandards und strikte Regeln im öffentlichen Raum gehören seit Jahrzehnten zum Markenzeichen Singapurs. Reisenden ist etwa die Einfuhr von Kaugummis nach Singapur strengstens verboten. So sollen Vandalismus und Verschmutzung von Bürgersteigen und anderen öffentlichen Orten verhindert werden.
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